Fingerspiele und Rätsel für Vorschulkinder

Fingerspiele und Rätsel für VorschulkinderTitel: Fingerspiele und Rätsel für Vorschulkinder

Herausgeber: Marga Arndt, Waltraut Singer

Illustrationen: Regine Grube-Heinecke

Verlag: Volk und Wissen

Erschienen: 1979

 

 

Fingerspiele und Rätsel (für Vorschulkinder)

Preis:

5.0 von 5 Sternen (4 Bewertungen)

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Vorwort:

Es war an der Zeit, beinahe vergessene Fingerspiele aufzuschreiben, damit sie nicht ganz verlorengehen. Vielen jungen Kindergärtnerinnen sind sie nicht mehr bekannt. Auch Rätsel werden nur zufällig mündlich weitergetragen. Ihre alte Funktion, das Wissen anderer zu prüfen und Erscheinungen und Gegenstände der Umwelt durch sprachliche Verdrehungen und poetische Bilder zu verrätseln, ist heute fast verloren gegangen. Rätsel und Fingerspiele gehören zu unserem alten Kulturgut. Die Verfasser der Fingerspiele und Rätsel sind meist nicht bekannt. Vieles wurde überliefert, durch Weitersagen und Aufschreiben auch vielfach variiert. Erste gedruckte Rätselbücher stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. einige Rätsel haben sich bis heute erhalten.
Von den Fingerspielen ist bekannt, daß Friedrich Fröbel viele einfache im Volke entstandene Spiele sammelte, neue Verse und Spielhinweise hinzufügte und sie 1844 im Buch „Mutter-und Koselieder“ herausgab. Sie haben sich, teilweise in abgewandelter Form, bis heute erhalten, und manche von ihnen sind über 100 Jahre alt. Fingerspiele wie „Das Fähnchen auf dem Turnre“, „Die Fischlein“, „Das Vogelnest“, „Bäumchen neig dich“, und „Das Taubenhaus“ stammen aus dem genannten Fröbelschen Buch.
Können sie uns heute noch etwas sagen?
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die noch bekannten und für die pädagogische Arbeit geeigneten Fingerspiele und Rätsel zu sammeln und zu publizieren und so bewährtes Volksgut zu erhalten. Wir brauchen es zur Bewältigung unserer heutigen aktuellen Bildungs- und Erziehungsaufgaben. Fingerspiele und Rätsel sollen wie auch Lieder, Reime, Gedichte, Märchen, Tänze usw. das Leben der Vorschulkinder und ihre Spiele bereichern. Sie gehören zu den vorschulgemäßen Formen des Spielens und Lernens und können dazu beitragen, das Lernen kindgemäß, lustig, interessant und damit auch effektiv zu gestalten. Gliedern wir sie also ein in die Vielfalt der pädagogischen Mittel, in den reichen Schatz an Material, das jeder Krippenerzieherin und Kindergärtnerin zum persönlichen Besitz werden sollte, damit es zur besseren Gestaltung des pädagogischen Prozesses und eines inhaltsreichen Kinderlebens beiträgt. Fingerspiele und Rätsel sind es wert, aufgehoben zu werden, auch wenn sie keinen hohen literarischen Anspruch erheben. Wir wollen hier nicht erörtern, ob gereimte Fingerspiele und Rätsel zur Kinderliteratur zu zählen sind. Sie sollen vor allem als ein Mittel der Freude, des Spiels, der Unterhaltung angesehen und gewertet werden. Auch dabei können sie in ganz spezifischer Art und Weise dazu beitragen, die Kinder zu erziehen und zu bilden. Es geht aber nicht nur darum, Altes zu bewahren. Mit Rätseln und Fingerspielen soll schöpferisch gearbeitet werden. Die vorliegende Sammlung macht deutlich, daß aus alten Inhalten neue Varianten, neue sprachliche Formen und viele schöpferische Spielideen entstehen können. Die Welt ist noch viel reicher und vielfältiger, als wir sie hier in dieser Sammlung einfangen konnten. Der schöpferischen Initiative, Neues zu schaffen, ist ein weites Feld gegeben. Dazu sollen die hier aufgeschriebenen Rätsel und Fingerspiele auch anregen. Den Autoren, die mutig neue Fingerspiele und Rätsel geschaffen haben, in denen die Kinder ihre Umwelt in der sie gegenwärtig leben, in aktuelleren Bezügen widergespiegelt sehen, sei besonders für ihre Mitarbeit gedankt.
Bei der Auswahl der vorwiegend überlieferten Fingerspiele und Rätsel stießen wir — bedingt durch die Art der mündlichen Überlieferung und landschaftlich-sprachlichen Unterschiede — auf viele Varianten. Erfahrene Kindergärtnerinnen halfen uns, die gebräuchlichsten Fassungen und Spielweisen auszuwählen.
Die Vielgestaltigkeit des Materials berücksichtigend, wählten wir eine Form, die es der Erzieherin ermöglicht, sich schnell zu informieren und für ihre Kindergruppe eine geeignete
Auswahl zu treffen. So ordneten wir die Fingerspiele und Rätsel entsprechend ihrer Eigenart, ihrer inhaltlichen Aussage und nach ihren unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten bei Vorschulkindern, ohne auf eine Systematik abzuzielen oder eine Wertung vorzunehmen.
Die Hinweise, die den Fingerspielen und Rätseln vorangestellt sind, sollen in das Wesen dieser Genres einführen, einen Überblick über die Probleme geben, die sie als pädagogische Mittel aufwerfen, bisherige Erfahrungen dazu festhalten und den Blick für methodische Gestaltungsmöglichkeiten öffnen.
Wir danken allen Kindergärtnerinnen und Freunden, die uns beim Sammeln und Begutachten der Fingerspiele und Rätsel geholfen haben; insbesondere gilt unser Dank Frau Dorothea Hinze und der Arbeitsgruppe Leipzig; Frau Edith Stierwaldt; Frau Elisabeth Lochmann; Frau Inge Hellge und Frau Rita Günther.
Wir hoffen, mit dieser Sammlung den Wünschen der Krippenerzieherinnen, der Kindergärtnerinnen und auch der Eltern zu entsprechen und wünschen allen Erwachsenen und den Kindern viel Spaß beim Spielen und Raten.
Die Herausgeber

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